DIE PATINA EINER BRONZESKULPTUR
Weit mehr als nur eine Farbe
Nach dem Ziselieren und der abschließenden Bearbeitung des Metalls weist Bronze von Natur aus einen goldfarbenen Ton auf. Die Patina verändert ihr Erscheinungsbild grundlegend und verleiht ihr die vom Künstler gewählte Farbe.
Braune, schwarze, grüne, rote oder hellere Farbtöne lassen sich je nach verwendeten Mitteln und deren Reaktion mit dem Metall erzielen.
Das Patinieren gehört somit zu den letzten Arbeitsschritten bei der Herstellung einer Bronzeskulptur und ist zugleich einer der entscheidendsten für ihr endgültiges Erscheinungsbild.
Die Wahl der Patina durch den Künstler
Die Ausführung der Patina wird dem Patineur anvertraut, während die Wahl der Farbe beim Künstler liegt.
Für jede Skulptur legt Alain Choisnet gemeinsam mit dem Patineur die Patina bei der Herstellung des ersten Exemplars fest. Diese dient anschließend als Referenz für die gesamte Auflage.
Bei den folgenden Exemplaren versucht der Patineur, diese Referenzpatina möglichst genau wiederzugeben und berücksichtigt dabei die individuellen Reaktionen der jeweiligen Bronze.
Wie entsteht eine Patina?
Im Gegensatz zu einer Lackierung ist eine Patina nicht einfach eine Farbschicht, die auf die Oberfläche der Bronze aufgetragen wird. Sie entsteht durch chemische Reaktionen direkt auf dem Metall.
Der Patineur erwärmt die Skulptur schrittweise mit einem Brenner und trägt anschließend verschiedene Mittel auf, meist mit einem Pinsel. Die Temperatur der Bronze, die Zusammensetzung und Konzentration der Lösungen sowie die Anzahl der Anwendungen führen zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen.
Daher gibt es kein festes Rezept, mit dem sich eine Patina mechanisch identisch reproduzieren lässt. Das Können des Patineurs beruht in hohem Maße auf seiner Erfahrung und seiner Beherrschung der Reaktionen der Bronze.
Die Vorbereitung der Bronze
Bevor mit dem Patinieren begonnen wird, muss die Oberfläche sorgfältig vorbereitet werden. Alle Rückstände, die die chemischen Reaktionen beeinflussen könnten, werden entfernt, damit auf einer sauberen Metalloberfläche gearbeitet werden kann.
Anschließend kann die Skulptur schrittweise erwärmt werden. Der Patineur beginnt mit den ersten Anwendungen und beobachtet unmittelbar, wie die Bronze reagiert.
Diese Vorbereitung ist wichtig: Eine ungleichmäßig gereinigte oder vorbereitete Oberfläche kann das endgültige Ergebnis beeinflussen.
Ein schrittweiser Arbeitsprozess
Der endgültige Farbton entsteht in der Regel nicht durch einen einzigen Auftrag. Der Patineur arbeitet in mehreren aufeinanderfolgenden Schritten und variiert dabei die verwendeten Mittel, ihre Konzentration und die Temperatur des Metalls.
Bestimmte Bereiche können mehrfach behandelt werden, um einen Farbton zu verstärken oder abzuschwächen. Durch dieses schrittweise Vorgehen entstehen Nuancen, die mit einem gleichmäßigen Farbauftrag nicht erzielt werden könnten.
Dies erklärt auch, warum eine von Hand ausgeführte Patina bei den einzelnen Exemplaren derselben Skulptur leichte Unterschiede aufweisen kann.
Wachs als letzter Arbeitsschritt
Nach Abschluss der Patinierung wird eine dünne Wachsschicht auf die Bronze aufgetragen. Sie schützt die Oberfläche und trägt dazu bei, ihr Erscheinungsbild zu erhalten.
Anschließend wird die Skulptur poliert. Dieser Vorgang bildet den letzten Arbeitsschritt bei der Fertigstellung der Bronze.
Je nach den Bedingungen, unter denen die Skulptur aufbewahrt wird, sollte die Wachsschicht gelegentlich erneuert werden.
Ein entscheidender Schritt für Alain Choisnet
Brauntöne spielen im Schaffen von Alain Choisnet eine wichtige Rolle und werden je nach Skulptur häufig mit Weiß oder anderen Farbtönen kombiniert.
Die Wahl dieser Farben wird bereits bei der Schaffung jedes Modells bedacht und bei der Herstellung des ersten Bronzeexemplars endgültig festgelegt.


